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Überwucherte Vergangenheit im Natur-Park Südgelände

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Natur-ParkDschungelartige Naturlandschaft, verwilderte Bahnrelikte und Graffiti-Kunst: Eine perfekte Mischung für Alle, die Stadtkinder und Naturliebhaber gleichermaßen sind. Auf dem Bereich des ehemaligen Rangierbahnhofs in Berlin-Tempelhof ist mit dem Natur-Park Schöneberger Südgelände ein einzigartiges und zugleich vielfältiges Gebiet entstanden, das zum Spazierengehen und Entdecken einlädt.

Ich entschließe mich für den längeren der zwei Rundwege, auf denen die Besucher auf Wegen und Stege geführt werden, die dem Verlauf der alten Bahngleise folgen. Spannende Relikte der Dampflok-Ära kreuzen den Weg: die Lokhalle, die heute als Kreativort für Theater, Tanz- und Performanceaktionen dient oder der Wasserturm, markantes Wahrzeichen des Parks. Genauso die alte Drehscheibe und die original Dampflok.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Rangierbahnhof schrittweise stillgelegt. Anfang der 1980er Jahre sollten Rodungen für einen neuen Rangierbahnhof stattfinden. Dies wurde durch eine Bürgerinitiative verhindert. Nach der Stilllegung hat sich die Natur den ehemaligen Bahnhof zurückerobert – entstanden ist eine 18 Hektar große vielfältige Naturoase.

Natur-Park StegSeit dem Frühjahr 1999 sind Teile des Park als Naturschutzgebiet ausgeschrieben. Die Wege dürfen nicht verlassen werden und Stege führen über Trockenrasen hin zur zentralen Lichtung mit Robinien-Wald und Tälchenweg. Im Natur-Park leben viele Pflanzen-, Pilz- und Tierarten, die auf so in innerstädtischer Lage kaum zu finden sind, darunter zahlreiche Spinnen- und Bienenarten.

In der ehemaligen Brückenmeisterei befindet sich heute das Café Paresüd, das nach einem Spaziergang zum ausspannen einlädt (geöffnet April bis Oktober). Zugleich ist es Startpunkt für die regelmäßigen Führungen durch den Natur-Park.

Am Ende des Rundganges komme ich an der Graffiti-Wand vorbei – hier läuten die bunten Farben wieder das Großstadtleben ein.

Hauptzugang:
S-Bahnhof Priesterweg S2/S25
Öffnungszeiten und Eintrittspreise:
Täglich ab 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit. Der Eintritt kostet € 1,00 pro Person.

 

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